Group 1965 und Kunst in Japan heute

On January 19th in Bremen, a lecture by Gregor Jansen: “Group 1965 und Kunst in Japan heute.”

(More on the Group at MIACA; and a timeline.) Abstract:

Die sechs japanischen Künstler, Makoto Aida, Parco Kinoshita, Hiroyuki Matsukage, Oscar Satio Oiwa, Tsuyoshi Ozawa und Sumihisa Arima, sind kein Künstlerkollektiv im herkömmlichen Sinne. Eher zufällig haben sie sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen, deren Gemeinsamkeit in erster Linie in ihrem Herkunftsland Japan und dem Geburtsjahr 1965 liegt. The Group 1965 und die zeitgenössischen, japanischen Künstler im Allgemeinen jüngerer Generation, teilen die Ablehnung und Desillusionierung am bestehenden Kunstbetrieb in Japan, der eine vorbehaltlose Orientierung an westlichen Kunstströmungen oder eine konsequente Einhaltung der traditionellen, japanischen Konventionen vorgibt. Ihre Zielsetzung beinhaltet nichts Geringeres als eine Neudefinition nationaler Identität. Hierbei sind Bezüge sowohl zu japanischen Traditionen als auch zu verschiedenen Traumata, wie die Niederlage im Zweiten Weltkrieg, Atombombenabwürfe, Erdbeben, Wirtschaftskrise, usw., die Japan seit Mitte der 1940er Jahren erlebte, Bestandteil ihrer künstlerischen Arbeit. Obwohl The Group 1965 diese kollektiven Tendenzen japanischer Künstler teilt, sind sie dennoch keine Repräsentanten ihrer Generation. Die zynische Herangehensweise der einzelnen Künstler von The Group 1965 und die Bestrebungen nach neuen Dimensionen in der japanischen Kunst wirft die Frage auf, inwieweit die Möglichkeit besteht der realen Kunstwelt Tokios zu entfliehen, obwohl ihre Inspirationsquelle aus genau dieser Realität ihrer Welt entstammt.